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Bild Autor: Thema: Anorexia nervosa
coach
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icon1   Anorexia nervosa Datum: 13.11.2009 , 19:12

In dem Buch von Milton H. Erickson und Ernest L. Rossi, Hypnotherapie, Pfeiffer Verlag, 3. Auflage 1993, ab Seite 317,
wird analysiert, worum es sich bei diesem Krankheitsbild sehr häufig handelt und worauf es dann ankomme.

Auf Seite 324 letzter Absatz kommt zum Ausdruck, dass es sich in der Eltern-Kind-Beziehung um einen Kampf handelt. Einer der Eltern, sehr oft die Mutter, übe eine übermäßige Kontrolle über das meist pupertierende Kind aus. Und das Kind lehnt sich dagegen innerlich auf, indem es quasi im Gegenzug ebenfalls Kontrolle ausüben will. Die Gewichtskontrolle kann das Kind völlig autark auch gegen den Widerstand von Familie und Umwelt durchsetzen. Dieser Erfolg wird als gute Möglichkeit empfunden, die Kontrollsucht der Eltern zu kompensieren. Der Nachteil ist, dass die Kontrolle über das eigene Essverhalten irgendwann eine Eigendynamik entwickelt und in eine echte Sucht mündet.

Der therapeutische Ansatz in diesem Fall verfolgt also unter anderem das Ziel, dass das Kind gerade auf das Essverhalten des kontrollierenden Elternteils erfolgreich Einfluss nimmt. Also die als übermäßig erlebte Kontrollfunktion bei seinem Elternteil selbst konsequent durchzieht als Ersatz für die Kontrolle gegen das eigene Essverhalten. Selbstverständlich muss es dabei um ein vernünftiges Essverhalten bei den Eltern gehen - nicht etwa, dass die auch hungern sollen.

Ein weiterer psychologischer Trick besteht darin, das Kind und den so stark kontrollierenden Elternteil zu Verbündeten im Kampf gegen den Therapeuten zu machen. Auf diese Weise kämpfen die beiden nicht mehr gegen- sondern miteinander gegen einen gemeinsamen Feind. Das Motiv zur Selbstkontrolle als Kompensation der erlebten Kontrolle durch die Eltern würde somit entfallen, so dass die Magersucht einfach überflüssig werden kann.

Milton H. Erickson galt bis zu seinem Tod 1980 als der genialste Psychiater seiner Zeit. Seine Erkenntnisse ernst zu nehmen kann so falsch nicht sein.

Ich bin gespannt, ob jemand auf das Thema einsteigen wird.
Mit herzlichen Grüßen vom Coach!


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